Ausstellung Lutherdekade Umsonst ist der Tod Mühlhausen Thüringen, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Kulturhistorisches Museum Magdeburg Reformation
Ausstellung Umsonst ist der Tod Mühlhausen Thühringen, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Kulturhistorisches Museum Magdeburg, Lutherdekade, Reformation
Ein Dorf und seine Pfarrkirche, Detail aus der Rodelandkarte, Stadt- und Kreisarchiv Arnstadt

Umsonst ist der Tod! Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation

Krise oder Konjunktur? – Der Ausgangspunkt
Nach einem weit verbreiteten Vorurteil gelten die Jahrzehnte am Ausgang des Mittelalters als eine von Verweltlichungserscheinungen der Kirche, von Glaubenskrisen und klerikalen Missbräuchen geprägte Zeit, die die Reformation als einschneidende Wende und erlösenden Ausweg erscheinen lässt. Dem Jahrhundert, das der Reformation voranging, wurde ein eigener Wert abgesprochen – die Bezeichnung „Vorreformation“ bringt es auf den Punkt. Das „Morgenrot der Reformation“ scheint das vermeintlich „finstere Mittelalter“ zu überstrahlen.

Doch das Bild einer allgemeinen Krise des abendländischen Christentums, das von der älteren protestantischen Geschichts- schreibung vermittelt wurde, deckt sich nicht mit den Befunden zur Frömmigkeitskultur um 1500. Im Gegenteil: „Die Kirche hatte Hochkonjunktur“ (Bernd Moeller).
In der im Rahmen der Lutherdekade gemeinsam von den Mühlhäuser Museen, dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig und dem Kulturhistorischen Museum Magdeburg präsentierten Ausstellung „Umsonst ist der Tod! Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation“ sollen diese in Mitteldeutschland weithin vergessenen Formen religiöser Alltagspraxis des 15. und frühen 16. Jahrhunderts nun rekonstruiert und wiederentdeckt werden. Auf 500 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird der Blick auf die Zeit vor der Reformation von populären Zerrbildern, die in der Wissenschaft längst widerlegt sind, befreit und einem breiten Publikum anschaulich vermittelt.
Von „Leibzeichen“ und fliegenden Jesusfiguren –
Die Ausstellungsstücke

Gezeigt werden insbesondere bisher kaum bekannte Schätze, die von den traditionellen musealen Sammlungsrastern abweichen und oft inkognito ein halbes Jahrtausend überdauerten – so beispielsweise eine Betsäule, eiserne Fesseln als Votivgaben, „Leibzeichen“ genannte Körperteile, die getöteten Personen abgenommen und bis zur Sühne der Mordtat nicht bestattet wurden, oder auch ein sogenannter „Auffahrtschristus“, der im Rahmen der Himmelfahrts-Liturgie vor den Augen der Gemeinde durch ein Loch in der Kirchendecke gen Himmel fuhr. Die zentralen Exponate der Ausstellung stammen dabei vorwiegend aus dem Bundesland des jeweiligen Ausstellungsortes.
Darum geht es – Die Themen im Einzelnen
Sieben Ausstellungskapitel, die für das Gesamtthema besonders relevante Aspekte aufgreifen, liefern einen Schlüssel zum Verständnis spätmittelalterlicher religiöser Denkweisen sowie ein faszinierendes und aus heutiger Sicht zugleich wohl auch befremdliches Bild der religiösen Lebenswelt jener Zeit, aus der Martin Luther hervortrat:
Im Fokus des ersten Themenkomplexes steht die Pfarrkirche als Ort eines von der Wiege bis zur Bahre nahezu alle Lebensbereiche umfassenden kirchlichen Heilsangebots, der weit mehr bereithielt als die regelmäßige Feier des Gottesdienstes.

Kapitel zwei der Ausstellung widmet sich der Gemeinschaft der Lebenden und der Toten. Begräbnisritus, die Feier von Jahrtagen und Memorialstiftungen werden hier ebenso thematisiert wie Sühneverfahren für Mordopfer oder der Umgang mit Geistern.
Welche himmlischen Mächte halfen bei der alltäglichen Lebens- bewältigung? Was gab es für „magische“ Gegenstände und welche Geschichten waren in Mirakelbüchern zu lesen? Diese vielfältigen Formen des weitverbreiteten Wunderglaubens von Amulett bis Votivgabe nimmt das dritte Ausstellungskapitel ins Blickfeld.

Welche Formen von geistlicher Betreuung und von Heilsangeboten sich neben der Pfarrkirche noch etablieren konnten und welche Konflikte hierbei mit den althergebrachten Kirchenstrukturen auftraten, illustriert der vierte Ausstellungskomplex. Auch das gerade in den Jahrzehnten vor der Reformation florierende Wallfahrtswesen mit all seinen Facetten gehört zu diesem Themenaspekt.
Wie ist die enorme Popularität geistlicher Schauspiele und prozessionaler Umzüge zu erklären und was hat es mit der massenhaften Verbreitung von kleinen Keramik-Jesuskindfiguren und Andachtsbildern auf sich? Die Hintergründe für diese sowohl die Gotteshäuser als auch die Städte und den privaten Raum erfassenden Versuche, die Anschaulichkeit der Heilsgeschichte zu steigern, bilden den Kern eines weiteren Ausstellungskapitels.

Das übergreifende sechste Kapitel vereint Fragen nach den Möglichkeiten und Grenzen der Beteiligung von Laien am Leben in einer gegen Ende des Mittelalters vielgestaltig gewordenen Kirche.

Das siebte Kapitel widmet sich dem Thema des Ablasses als einem zentralen und differenzierten Sektor der Frömmigkeitspraxis, an dem sich schließlich jener Protest Luthers entzündete, der zur Reformation führte.
Ausstellung Umsonst ist der Tod Mühlhausen Thühringen, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Kulturhistorisches Museum Magdeburg, Lutherdekade, Reformation
Ausstellung Umsonst ist der Tod Mühlhausen Thühringen, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Kulturhistorisches Museum Magdeburg, Lutherdekade, Reformation
  • Mühlhausen

    Museum am Lindenbühl
    29. September 2013 bis
    13. April 2014

  • Leipzig

    Stadtgeschichtliches Museum
    4. Juni 2014 bis
    31. August 2014

  • Magdeburg

    Kulturhistorisches Museum
    7. November 2014 bis
    15. Februar 2015

  • Mühlhausen

    Museum am Lindenbühl
    Di-So 10:00-17:00 Uhr
    6,00€ / 4,00€

  • Leipzig

    Stadtgeschichtliches Museum
    Di-So, Feiertage 10:00-18:00 Uhr
    5,00€ / 3,50€

  • Magdeburg

    Kulturhistorisches Museum
    Di-So 10:00-17:00 Uhr
    6,00€ / 4,00€

Mühlhäuser Museen
Museum am Lindenbühl
Kristanplatz 7
99974 Mühlhausen


Mit dem Auto erreichen Sie Mühlhausen über die B 247 aus Richtung Erfurt kommend. Wenn Sie aus Richtung Eschwege oder Sondershausen nach Mühlhausen fahren, nehmen Sie die B 249. Das Museum am Lindenbühl befindet sich in unmittelbarer Nähe vom Mühlhäuser Untermarkt. Parkmöglichkeiten sind im Parkhaus der Thüringentherme (Zufahrt Brunnenstraße) vorhanden. Vom Bahnhof sind es etwa 10 Minuten Fußweg bis zum Museum.

Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Böttchergäßchen 3
04109 Leipzig


Der Neubau des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig befindet sich im Stadtzentrum, wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt. Innerstädtische Parkhäuser gibt es im Hauptbahnhof,  am Augustusplatz und in den Höfen am Brühl. Das Museum erreichen Sie außerdem mit allen Straßenbahnlinien, die am Ring halten, mit der Buslinie 89, Haltestelle Reichsstraße sowie mit der S 1 - S 5, Haltestelle Markt (Citytunnel).

Kulturhistorisches Museum Magdeburg
Otto-von-Guericke-Str. 68–73
39104 Magdeburg


Das Kulturhistorische Museum finden Sie im Stadtzentrum Magdeburgs in unmittelbarer Nähe des Domes. Zu Fuß ist es vom Hauptbahnhof in etwa 10 Minuten zu erreichen. Die Straßenbahnlinien 3 und 8 ab Hauptbahnhof halten vor dem Museum (Haltestelle Haeckelstr./Museum). Mit den Straßenbahnen 2, 9 und 10 (Haltestelle Domplatz) gelangen Sie ebenfalls zu uns, die Haltestelle liegt jedoch etwa 100 m entfernt an der Rückseite des Museums.

Ausstellung Umsonst ist der Tod Mühlhausen Thühringen, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Kulturhistorisches Museum Magdeburg, Lutherdekade, Reformation
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  • Mühlhausen
    Museum am Lindenbühl

    Für Führungen durch die Sonderausstellung wird um eine vorherige Anmeldung per Telefon oder E-Mail gebeten:

    Steffi Maass
    Mitarbeiterin Fachreferat Kultur/Geschichte
    Museumspädagogik
    Tel: 03601/8566-15
    [email protected]

    Ein detailliertes museumspädagogisches Angebot zur Ausstellung folgt in Kürze.

  • Leipzig
    Stadtgeschichtliches Museum

    Die Sonderausstellung wir von einem abwechslungsreichen Programm begleitet. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Für individuelle Gruppenführungen wird um eine Voranmeldung unter 0341/9651340 gebeten. Die Führungsgebühr beträgt 40 € zzgl. Eintritt (Gruppen ab 10 Personen  4,50 € pro Pers.).

    Voranmeldung für Schülergruppen unter 0341/9651340. Die Führungsgebühr beträgt 1 € pro Schüler.           

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Dr. Hartmut Kühne (Berlin)
Ausstellungskurator
[email protected]

Mühlhäuser Museen
Museum am Lindenbühl

Kristanplatz 7
99974 Mühlhausen
Tel.: 03601/8566-0
Fax:  03601/8566-26
[email protected]

Stadtgeschichtliches
Museum Leipzig

Böttchergäßchen 3
04109 Leipzig
Tel.: 0341/96513-0
Fax:  0341/96513-26
[email protected]

Kulturhistorisches Museum
Magdeburg

Otto-von-Guericke-Str. 68-73
39104 Magdeburg
Tel.: 0391/54035-01
Fax:  0391/54035-10
[email protected]

Ansprechpartner zur
Ausstellung in Mühlhausen

Thomas T. Müller
Direktor
Leiter Fachreferat Kultur/Geschichte
Tel.: 03601/8566-0
[email protected]

Ansprechpartner zur
Ausstellung in Leipzig

Ulrike Dura
Stellvertretende Direktorin
Kuratorin Kunstgeschichte
Tel.: 0341/96513-12
[email protected]

Ansprechpartner zur
Ausstellung in Magdeburg

Dr. phil. Claus-Peter Hasse
Historiker - Geschichte des Mittelalters

Tel.: 0391/54035-63
[email protected]

Ausstellung Umsonst ist der Tod Mühlhausen Thühringen, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Kulturhistorisches Museum Magdeburg, Lutherdekade, Reformation

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Der Katalog

Kühne, Hartmut / Bünz, Enno / Müller, Thomas T. (Hrsg.):
Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation in Mitteldeutschland
Petersberg 2013 - Michael Imhof Verlag - 416 Seiten - ca. 300 Farbabbildungen - Hardcover - 29,95 € - ISBN 978-3-86568-921-4

Der die Ausstellung begleitende Katalog, an dem 57 Autorinnen und Autoren mitgewirkt haben, stellt alle Ausstellungsobjekte in Bild und Text vor und erläutert deren Funktion und Bedeutung anhand von thematischen Einleitungen.

 

Termine zur Ausstellung: bitte nächste Seite aufblättern

Programm zur Ausstellung in Leipzig

Alle Termine auf einen Blick

Do 5. 6. 16 Uhr  Gemeinschaft der Lebenden und der Toten Kuratorenführung mit Dr. Hartmut Kühne

Do 12.6. 17 Uhr Frömmigkeit unterwegs Kuratorenführung mit Dr. Maike Günther

Do 19.6., 18 Uhr Auslöser der Reformation? Der Ablassprediger Johann Tetzel in Leipzig.  Museumsgespräch mit der Kuratorin Ulrike Dura

Sa 28.6. 14.30 Uhr Laien machen Kirche Kuratorenführung mit Dr. Hartmut Kühne

Sa 28.6. 15.45 Uhr  Mehr als Ja und Amen. Doch, wir können die Welt verbessern  Autorenlesung mit Dr. Margot Käßmann im Alten Rathaus

 

 

 

Die Vortragsreihe zur Ausstellung in Mühlhausen

10.4.2014: Prof. Dr. Volker Honemann (Berlin/Münster): "Päpstin Johanna" auf der Bühne. Zum mittelalterlichen geistlichen Spiel in Mühlhausen und anderswo, 19 Uhr, Haus der Kirche, Kristanplatz, Mühlhausen

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„Himmlische Fundgrube“ – Das Ausstellungsprojekt im Film

Am 14.11.2012 präsentiert das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung L.I.S.A. die erste Episode des von der Stiftung initiierten und geförderten Filmes „Himmlische Fundgrube“ zum Ausstellungsprojekt. In „Der Funke im Pulverfass“ begibt sich Ausstellungskurator Dr. Hartmut Kühne auf eine spannende Entdeckungsreise fernab der gängigen Vorstellungen über die Zeit der „Vorreformation“. In Museen, Archiven, Kirchen und Klöstern Mitteldeutschlands sucht er nach Spuren heute längst vergessener spätmittelalterlicher Alltagsfrömmigkeit und stellt damit den Funken, den Martin Luther mit seinen 95 Thesen in das vermeintliche Pulverfass schleuderte, in Frage.

Begleiten Sie Dr. Hartmut Kühne auf seinen Forschungsreisen durch Mitteldeutschland. Klicken Sie auf folgenden Link, um direkt mit der Filmserie zur Ausstellung verbunden zu werden: www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de

Alle zehn Folgen in der Übersicht:

Überbrückungsgeld
Auf Pilgerspuren
Wunder der Votive
Bewegte Bilder
Das Generalinterview
Das Umfeld
Das Schlüsselstück
Das Team
Krisentheorie und fehlende Befunde
„Himmlische Fundgrube“: Gesamtkonzeption: Gisela Graichen, Peter Prestel, Projektleitung: Dr. Hartmut Kühne, Redaktion: Susanne Decker, Kamera: Jens Olaf Herz, Schnitt: Martin Pogac, Klaus Hernitschek

Ausstellung Umsonst ist der Tod Mühlhausen Thühringen, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Kulturhistorisches Museum Magdeburg, Lutherdekade, Reformation
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Umsonst ist der Tod! Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation
Große Ausstellung startet 2013 in den Mühlhäuser Museen

Bischöfe Mitteldeutschlands übernehmen Schirmherrschaft über Ausstellung
Von Beginn an begleiteten die evangelischen und katholischen Amtsträger Mitteldeutschlands mit großem Interesse das Forschungsprojekt zu spätmittelalterlicher Frömmigkeitspraxis, dessen Ergebnisse ab dem 29. September 2013 in der großen Sonderausstellung „Umsonst ist der Tod! Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation“ präsentiert werden. Nun übernehmen die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, und der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Sachsen, Jochen Bohl, in ökumenischer Gemeinschaft mit den katholischen Bischöfen des Bistums Magdeburg, Dr. Gerhard Feige, und des Bistums Dresden-Meißen, Dr. Heiner Koch auch die Schirmherrschaft über die Ausstellung. So folgt die Ausstellung ganz dem vom Kuratorium der Lutherdekade für das Jahr 2013 ausgegebenem Motto „Reformation und Toleranz“, das die „ökumenische Gemeinsamkeit ohne konfessionelle Begrenzung“ zum Anspruch erhebt. Eröffnet wird die Ausstellung am 28. September 2013, um 15:00 Uhr im Museum am Lindenbühl in Mühlhausen.
Mühlhausen.
„Am Vorabend der Reformation“ – unter dieser Überschrift werden für gewöhnlich die vermeintlichen Missstände in der christlichen Kirche am Ausgang des Mittelalters aufgezeigt, die die Reformation als einschneidende Wende und erlösenden Ausweg erscheinen lassen. Das von der älteren protestantischen Geschichtsschreibung vermittelte Bild einer allgemeinen Krise des abendländischen Christentums, aus dem sich der reformatorische Aufbruch als notwendige Konsequenz ergab, passt jedoch nicht zur Frömmigkeitspraxis um 1500: „Die Kirche hatte Hochkonjunktur“ (Bernd Moeller). Mit Enthusiasmus stürzten sich die Menschen in einen religiösen Tatendrang um ihr Seelenheil. Kirchenräume füllten sich mit frommen Stiftungen, Wallfahrten fanden regen Zulauf, Andachtsbilder, Heiligenfiguren und Pilgerzeichen wurden in Serie hergestellt und erfreuten sich großer Beliebtheit.
In einer im Rahmen der Lutherdekade stehenden Ausstellung, die von September 2013 bis Febraur 2015 nacheinander in Mühlhausen, in Leipzig und Magdeburg zu sehen sein wird, soll diese in Mitteldeutschland weithin vergessene religiöse Alltagspraxis der vorreformatorischen Zeit rekonstruiert und wiederentdeckt werden. Mit der Eröffnung der Ausstellung in den Mühlhäuser Museen am 28.9.2013 wird zugleich das sich derzeit noch in Renovierung befindliche Museum am Lindenbühl wiedereröffnet werden.
Ihre Ansprechpartner für:
  • Mühlhausen
  • Leipzig
  • Magdeburg
Mühlhausen

Thomas T. Müller
Direktor
Leiter Fachreferat Kultur/Geschichte
Tel.: 03601/8566-0
Email: [email protected]


Susann Wendt, M.A.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 03601/8566-0
Fax:  03601/8566-26
Email: [email protected]
Leipzig

Christine Becker
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0341/96513-20
Email: [email protected]
Magdeburg

Dr. phil. Karlheinz Kärling
Leiter Öffentlichkeitsarbeit, Museumspädagogik
Tel.: 0391/54035-08
Email: [email protected]
Ausstellung Umsonst ist der Tod Mühlhausen Thühringen, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Kulturhistorisches Museum Magdeburg, Lutherdekade, Reformation
Ausstellung Umsonst ist der Tod Mühlhausen Thühringen, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Kulturhistorisches Museum Magdeburg, Lutherdekade, Reformation

Mühlhäuser Museen
www.muehlhaeuser-museen.de

Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
www.stadtmuseum-leipzig.de

Kulturhistorisches Museum Magdeburg
www.museum-magdeburg.de

Gerda Henkel Stiftung
www.gerda-henkel-stiftung.de

Lutherdekade 2017
www.luther2017.de

Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt
www.martinluther.de

Institut für Sächsische Geschichte & Volkskunde e. V.
web.isgv.de

Historische Kommission für Thüringen e. V.
www.historische-kommission-fuer-thueringen.de

 

Die Ausstellung wurde durch das freundliche Entgegenkommen folgender Leihgeber ermöglicht:

Stadtarchiv Altenburg – Evangelische Liebfrauenkirche Arnstadt – Schlossmuseum Arnstadt – Kreis- und Stadtarchiv Arnstadt – Regionalmuseum im Schloss Bad Frankenhausen – Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin /Stiftung Preußischer Kulturbesitz – Evangelisches Landeskirchliches Archiv in Berlin – Evangelisches Zentralarchiv in Berlin –  Staatsbibliothek zu Berlin / Stiftung Preußischer Kultur – Dr. Hartmut Kühne, Berlin – Evangelische Kirchgemeinde St. Marien, Bernau – Domstift Brandenburg – Stadtbibliothek Braunschweig – Stadtverwaltung Chemnitz, Stadtarchiv – Landesbibliothek Coburg –  Kunstsammlung der Veste Coburg – Landesamt für Archäologie Sachsen – Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kunstgewerbemuseum – Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Münzkabinett – Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden – Stadt Duderstadt, Stadtarchiv – Thüringer Museum Eisenach – Angermuseum Erfurt – Dom zu Erfurt, St. Marien – Landeshauptstadt Erfurt, Stadtverwaltung, Stadtarchiv – Andreas-Möller-Bibliothek des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Freiberg – Stadtmuseum Gera – Ev.-Luth. Pfarramt Glashütte –- Forschungsbibliothek Gotha – Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, Kupferstichkabinett – Evangelische Kirchengemeinde Groß Lüben – Städtisches Museum Halberstadt – Domschatz Halberstadt – Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Landesmuseum für Vorgeschichte Sachsen-Anhalt – Katholisches Propsteipfarramt "St. Marien" Heilbad Heiligenstadt – Trützschlers Milch- und Reklamemuseum, Hildburghausen – Evangelisch-Lutherische St. Michaelis-Kirchgemeinde Hirschfeld – Museum Reichenfels-Hohenleuben – Städtische Museen Jena, Stadtmuseum Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena Heimatverein

Die Ausstellung wurde durch das freundliche Entgegenkommen folgender Leihgeber ermöglicht:

„Barbarossa“ Kayna und Umgebung e.V. – GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig – Stadtgeschichtliches Museum Leipzig – Stadt Leipzig, Stadtarchiv – Universitätsbibliothek Leipzig – Deutsche Nationalbibliothek, Leipzig – Museumsstiftung Lüneburg, Museum Lüneburg –- Bibliothek des Evangelischen Predigerseminars Wittenberg – Städtische Sammlungen Lutherstadt Wittenberg – Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen Anhalt – Kulturhistorisches Museum Magdeburg – Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt – Evangelische Domgemeinde Magdeburg – Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt – Meininger Museen in der Kulturstiftung Meiningen – Eisenach Thüringisches Staatsarchiv Meiningen – Kulturhistorisches Museum Schloss Merseburg – Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gemeinnützige GmbH – Burg Mildenstein, Leisnig – Stiftung Moritzburg- Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt – Stadtarchiv Mühldorf am Inn Zweckverband – Mühlhäuser Museen – Evangelische Kirchgemeinde Divi Blasii, Mühlhausen – Stadtarchiv Mühlhausen – Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München – Vereinigte Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstiftes Zeitz – Evangelische Kirchengemeinde St. Blasii, Altendorf – Stadtarchiv Nordhausen – Dr. Hans Losche, Nordhausen – Vogtlandmuseum Plauen – Um leckopr myslové museum Praha (Kunstgewerbemuseum Prag) – Domschatz Quedlinburg – Städtische Museen Quedlinburg, Schlossmuseum – Evangelische Kirchengemeinde Langengrassau – Evangelische Kirchengemeinde Rödersdorf – Evangelisch-Lutherische St. Petri Kirchgemeinde Rodewisch – Museum Göltzsch, Rodewisch – Evangelische Kirchengemeinde Röthenbach

Die Ausstellung wurde durch das freundliche Entgegenkommen folgender Leihgeber ermöglicht:

Johann-Friedrich-Danneil-Museum, Salzwedel – Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern/Landesarchäologie und Landesdenkmalpflege – Förderverein Seerhausen im Jahnatal e.V. – Evangelische Kirchgemeinde Stolberg/Harz – Torgauer Geschichtsverein e.V. – Evangelische Kirchgemeinde Torgau – Stadtverwaltung Torgau, Stadtarchiv – Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens – Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar – Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Werdau/Leubnitz – Evangelisches Damenstift Kloster Wienhausen – Evangelische Kirchgemeinde Willersdorf – Evangelischen Kirchengemeinde Bad Wilsnack – Evangelisches Pfarramt St. Marien zu Wippra – Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen Anhalt – Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel – Heilig Geist-Kirchengemeinde Wolterdingen – Museum der Stadt Zerbst/Anhalt – Evangelisch-Lutherische Nicolai-Kirchgemeinde Zwickau – Ratsschulbibliothek Zwickau – Stadtarchiv Zwickau



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Direktor
Thomas T. Müller
Kristanplatz 7
99974 Mühlhausen
Tel.: 03601/8566-0
Fax: 03601/8566-26
E-Mail: [email protected]

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